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Rat und Verwaltung: Bauausschuss sieht Immobilien-Maklerbüro im Ortskern kritisch
Nur eine kurze Sitzung mit wenig Punkten führte der Bau- und Umweltausschuss in der vergangenen Wochen unter Vorsitz von Frank Endelmann (Pro Juist) durch. So wurde beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, die kommunale Wärmeplanung im Sinne des Wärmeplanungsgestzes aufzustellen und die Leistungen zur Erstellung im Rahmen eines Vergabeverfahrens auszuschreiben.
Ziel sei es, dass die kommunale Wärmeplanung die bestehtende Wärmeversorgung im Gemeindegebiet analysiert und der zukünftige Wärmebedarf ermittelt wird. Weiter soll sie geeignete Versorgungsoptionen aufzeigen, um eine möglichst klimaneutrale, sichere und wirtschaftliche Wäremversorgung zu erreichen.
Ausschussmitglied Gerhard Jacobs (CDU) enthielt sich bei der Abstimmung, da sich die politischen Vorgaben laufend ändern und man bis 2028 noch Zeit hätte. Bürgermeister Dr. Tjark Goerges wies darauf hin, dass die Verwaltung rechtssicher agieren und es nicht aussitzen will, und Inga Eilts vom Bauamt gab zu Bedenken, dass die Planungsbüros aktuell sehr überlastet seien und man rechtzeitig Aufträge erteilen solle. Jacobs möchte gerne bis zur Ratssitzung wissen, wie weit die anderen Inseln in ihren Planungen seien.
Ohne Beschlußempfehlung an den Rat ging ein Antrag auf Ausnahme von einer Veränderungssperre, die auf dem Bebaungsplan Nr. 1 (Ortskern) liegt. Das Vermietungsbüro WFV Wohnen & Ferien Vermittlungs-GmbH aus Wuppertal möchte gerne aus dem zu kleinen Büro in der Wilhelmstraße (früher Blumen-Huwald, davor Blumen-Cramer) in größere Räumlichkeiten in das Haus „Margarethe“ umziehen. Derzeit herrscht dort Leerstand, nachdem der bisherige Betrieb „Nordsee Bike“ plötzlich verschwunden war.
Die Ausschussmitglieder sahen das Vermietungsbüro unkritisch, da die WFV bereits seit 15 Jahren auf Juist agiert und rund 150 Ferienwohnungen in der Vermietung hat. Allerdings wird das ebenfalls betriebene Geschäftsfeld Imobilienmakler im Ortskern nicht gerne gesehen, zumal sich dort bereits ein solcher Betrieb befindet, der da eigentlich nicht hin gehöre. Bis zur Ratssitzung soll nun geklärt werden, ob man den Maklerbereich ausschließen könne, wobei eine Kontrolle sich als sehr schwierig erweisen würde.
Einstimmig befürwortet wurde ein Antrag des Lebensmittelmarktes Gillet in der Wilhelmstraße, die Grundflächenzahl von 0,8 auf 0,94 zu erhöhen. Damit kann ein Teil der Lohne und der hintere Lagerbereich überdacht werden. Hintergrund des Antrages waren neue Anforderungen des Gesundheitsamtes im Hinblick auf die lebensmittelhygienischen Standards der Lagerhaltung. Die baulichen Veränderungen führen nach derzeitiger Einschätzung zu keinen wesentlichen Beeinträchtigungen der Nachbarschaft.
Bei den Kenntnisgaben teilte Inga Eilts mit, dass die Planungen für das Projekt „Bant Eyland“ (Schaffung von Dauerwohnraum östlich vom Inselhospiz) nach einigen Änderungen nochmal ausgelegt werden müssen. Dies soll aber in einer sogenannten verkürzten Offenlage von nur 14 Tagen passieren.
Unser Foto zeigt die bisherigen Betriebsräume von „Nordsee-Bike“, wo derzeit die Fenster verhangen sind und wo die WfV gerne mit ihrer Vermietungsagentur einziehen möchte.
TEXT UND FOTO: STEFAN ERDMANN

