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Rat und Verwaltung: Baggerarbeiten im Hafen Juist beginnen in dieser Woche
Mit den vorbereitenden Arbeiten/Baustelleneinrichtung für die umfangreichen Baggerarbeiten im Juister Hafen wurde jetzt begonnen. Das 45 Meter lange Spezialschiff „Catjan“ aus Wyk/Föhr kam am Wochenende mit dem entsprechenden Baggerequipment nach Juist, bereits am Sonntagnachmittag wurde mit der Entladung begonnen.
Der Einsatz der „Catjan“ zeigt einmal mehr die bürokratischen Hürden und zudem, dass innerhalb der EU zwar wichtige Dinge wie der Winkel der Salatgurke einheitlich geregelt und festgeschrieben sind, nicht aber die Einteilung von Fahrtgebieten in der Schifffahrtfahrt. Die Baggerfirma stammt aus den Niederlanden, mit ihren Schiffen dürfen sie auch problemlos zu allen fünf niederländischen Inseln, weil sie nur das Wattenmeer befahren, was dort zur Binnenfahrt zählt. Allerdings war es nicht möglich, mit denselben Schiffen ihr Baggerequipment von Delfzijl nach Juist zu fahren, weil diese eben nur für die Binnenfahrt zugelassen sind, und in Deutschland gehört das Wattenmeer zu den Seerevieren. Daher musste die deutsche „Catjan“ in Charter genommen und von Nordfriesland geholt werden, da sie für das Seerevier eine Zulassung hat.
Die Inselgemeinde Juist als Hafenbetrieber hatte die Ausbaggerung vor dem Hintergrund beschlossen, dass sich die Sedimente nicht mehr mittels Injektonsspülungen entfernen lassen, da es sich inzwischen fast nur noch um harten Sand im Hafenbecken handelt. Dieser sorgt unter anderem bei Niedrigwasser dafür, dass die im Hafen liegenden Schiffe Beschädigungen am Rumpf bekommen (JNN berichtete). Nun soll der Sand an Land verbracht und dann für die Erhöhung/Erneuerung des Deiches zwischen Westdorf und Domäne Loog verwendet werden. Auch die hohe Sandbank im Hafen – die allerdings ein hausgemachtes Problem der Gemeinde ist – soll weitestgehend entfernt werden.
TEXT UND FOTO: STEFAN ERDMANN

