Am 24. März 2026 kam der Juister Gemeinderat zu seiner 46. Sitzung zusammen. Die Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ dauerte im öffentlichen Teil rund eine Stunde. Neben formalen Beschlüssen standen vor allem Themen zur zukünftigen Entwicklung der Insel sowie zur aktuellen Versorgungslage im Fokus.
Im Bericht des Bürgermeisters ging es zunächst um mehrere laufende Entwicklungen. So wird weiterhin geprüft, ob die Juister Kutschen künftig in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden werden können. Die Vergabe liegt jedoch beim Land. Nach einem Gespräch auf Landesebene zeigte sich Bürgermeister Dr. Tjark Goerges zuversichtlich, dass Fördermittel aus EU-Töpfen unter anderem für Hafen- und Tourismusprojekte genutzt werden können. In diesem Zusammenhang wurde auch die Perspektive genannt, den Inselversorgungshafen zu einem Landeshafen aufzuwerten, was eine Entlastung für die Gemeinde und Vorteile für NPorts bringen würde.
Auch beim Thema Dauerwohnraum gibt es Hoffnung auf Verbesserungen. Ab dem 1. Juni 2026 sollen neue Fördermöglichkeiten greifen. Die Gemeinde steht hierzu im engen Austausch.
Daneben sprach Goerges mehrere aktuelle Punkte an. Er lobte die Aktion „Saubere Insel“ mit über 110 Helfern sowie die Einweihung des neuen Feuerwehrfahrzeugs. Zudem informierte er über einen Trafoaustausch der EWE mit notwendigem Schwertransport durch die Friesenstraße. Für die Kommunalwahl am 13. September 2026 werden noch 22 Wahlhelfer gesucht. Beim Osterfeuer soll in diesem Jahr verstärkt kontrolliert werden, welche Materialien verbrannt werden. Der Maibaum wird künftig aus Sicherheitsgründen im Oval aufgestellt. Auch bei der Ausbaggerung des Sporthafens zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich. Der Wetterhahn auf der Schule wird erneuert.
In der Einwohnerfragestunde meldete sich Jörg Bohn, Geschäftsführer der Jugendbildungsstätte Theodor Wuppermann am Flugplatz, zu Wort. Er berichtete über Investitionen wie den Umbau des Restaurants, das Anfang April wieder öffnen soll, sowie die Sanierung der sanitären Anlagen für rund 60.000 Euro. Zudem wies er auf den sanierungsbedürftigen Unimog hin. Bohn hatte Interesse am Kauf eines ausgemusterten Feuerwehrfahrzeugs bekundet, das derzeit öffentlich ausgeschrieben ist. Um den Gesamtpreis von rund 30.000 Euro zu stemmen, bat er um eine Unterstützung der Gemeinde in Höhe von 20.000 Euro. Eine Entscheidung steht noch aus.
Beim Tagesordnungspunkt zur Verpachtung einer Teilfläche an den Segel-Klub Juist e.V. wurde die Entscheidung vertagt. Ein überarbeiteter Vertrag war erst kurz vor der Sitzung eingereicht worden. Während sich Frank Endelmann (Pro Juist) dafür aus-sprach, kritisierte Björn Westermann (Pro Juist) den Zeitpunkt der Vorlage. Mit sechs Stimmen wurde der Antrag von Jens Wellner (CDU) auf Vertagung angenommen.
Die Veränderungssperre für das Gebiet um Haus Eckart und Haus Vielfalt/Inselhospiz im Ostdorf läuft nach zwei Jahren aus und wird nicht verlängert. Gleichzeitig besteht Einigkeit, das Gebiet weiterhin für Erstwohnsitze beziehungsweise Dauerwohnraum zu sichern.
Wie bereits im Bäderausschuss beschlossen, wurde auch im Rat der Bau eines Yogapodests am Strand genehmigt.
Der Dorfentwicklungsplan der Dorfregion „VierInseln“ wurde anerkannt und zur Auslegung freigegeben. Die Entscheidung der Insel Baltrum steht noch aus.
Der „Kleine Winterzauber“ auf dem Kurplatz wurde für die Jahre 2026 bis 2028 mit acht Stimmen und zwei Enthaltungen an „Heinis Kombüse“ von Heiko Fürstenberg vergeben.
Für Diskussionen sorgte erneut die Frage nach einer LED-Wand. Ein Tageslichtbeamer wurde nach Einschätzung mehrerer Firmen verworfen. Björn Westermann schlug vor, dennoch ein Gerät testweise zu prüfen. Bürgermeister Goerges sprach sich dafür aus, eine Lösung unter anderem für ein Public Viewing zur Fußball-WM zu finden.
Zum Ende der Sitzung wurde die Rettungssituation auf Juist thematisiert. Der Rettungsdienst verfügt über keinen Hintergrunddienst und nur einen Rettungswagen. Angesichts der hohen Besucherzahlen wird dies als unzureichend angesehen. Die Gemeinde appelliert an den Landkreis, hier nachzubessern. Ein dokumentierter Vorfall, bei dem ein Fahrzeug nach einem Kabelbrand nicht einsatzbereit war und ein Transport zum Hubschrauber nicht erfolgen konnte, unterstreicht die Problematik. Im Rat bestand Einigkeit, dass diese Situation verbessert werden muss.
TEXT: FRIEDERIKE SCHMERMBECK